{"id":341,"date":"2022-01-11T21:34:31","date_gmt":"2022-01-11T21:34:31","guid":{"rendered":"https:\/\/medon2.pharmazieonline.cyon.site\/?p=341"},"modified":"2022-01-16T10:29:55","modified_gmt":"2022-01-16T10:29:55","slug":"neurologische-manifestationen-bei-covid-19","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/testmedon2.pharmazieonline.cyon.site\/fr\/blog\/2022\/01\/11\/neurologische-manifestationen-bei-covid-19\/","title":{"rendered":"\u00abNeurologische Manifestationen bei COVID-19\u00bb"},"content":{"rendered":"\n<p>Neurologische Manifestationen und Komplikationen von COVID-19 erfordern eine rasche Diagnostik und Therapie als Notfallindikation. Die aktualisierte Leitlinie der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (DGN), Berlin, \u00abNeurologische Manifestationen bei COVID-19\u00bb [1] gibt dabei klare Anleitungen zum Vorgehen in der ambulanten und station\u00e4ren Behandlung. Auch Empfehlungen f\u00fcr Patienten mit chronischen neurologischen Erkrankungen mit und ohne COVID-19 sind enthalten. Neu aufgenommen wurden Kapitel zum Post-COVID-Syndrom und zu den SARS-CoV-2-Impfungen.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<p>Im August 2020 erschien die Erstver\u00f6ffentlichung der Leitlinie zur Diagnostik und Therapie der \u00abNeurologischen Manifestationen bei COVID-19\u00bb, deren \u00fcber 100 Seiten umfassende Aktualisierung nun, wieder unter Federf\u00fchrung von Prof. Dr. Peter Berlit, Berlin, heute publiziert wurde (Entwicklungsstufe S1, Living Guideline \u2013 Version 3 [1]). Herausgeber ist die Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (DGN) in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr NeuroIntensiv- und Notfallmedizin (DGNI), der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr Neurorehabilitation (DGNR) und der Deutschen Gesellschaft f\u00fcr HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC).<\/p>\n\n\n\n<p>Die S1-Leitlinie richtet sich an alle Behandelnden von COVID-19-Erkrankten und an alle weiteren an der Versorgung beteiligten Berufsgruppen. Enthalten sind Handlungsempfehlungen f\u00fcr den ambulanten und station\u00e4ren Bereich bei neurologischen COVID-19- Manifestationen und f\u00fcr chronisch-neurologisch Erkrankte mit und ohne SARS-CoV-2-Infektion. Alle Themenbereiche der Leitlinie wurden \u00fcberarbeitet und teilweise erweitert. Neu sind unter anderem die Kapitel zum Post-COVID-Syndrom und zum Umgang mit m\u00f6glichen Komplikationen nach SARS-CoV-2-Impfungen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Long- und Post-COVID-19-Syndrom<\/strong><br>Wenn Symptome l\u00e4nger als vier Wochen nach der COVID-19-Akutphase persistieren, spricht man von Long-COVID. Ein spezielles Krankheitsbild ist das Post-COVID-Syndrom, bei dem mehr als drei Monaten nach der Infektion h\u00e4ufig neurologische Symptome wie Ged\u00e4chtnisst\u00f6rungen, Fatigue, Riech- und Schmeckst\u00f6rungen, Kopfschmerzen, Myalgien und\/oder Neuropathien bestehen. Das Auftreten scheint unabh\u00e4ngig von der Schwere der Akutinfektion zu sein. Bei Post-COVID- Betroffenen sollte immer eine umfassende Diagnostik erfolgen, um die Pathogenese zu kl\u00e4ren und urs\u00e4chliche andere neurologische Krankheitsbilder abzugrenzen. Die Pathogenese ist bislang nicht abschlie\u00dfend gekl\u00e4rt. Verschiedene Hypothesen werden untersucht, von fortbestehenden Entz\u00fcndungsprozessen bis zu virusgetriggerten, immunvermittelten Mechanismen. Bei Hinweisen auf ein autoimmunes Geschehen ist eine immunmodulatorische Behandlung m\u00f6glich; insgesamt wird eine interdisziplin\u00e4re Herangehensweise empfohlen.&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<p><strong>COVID-19-Impfungen<\/strong><br>Grunds\u00e4tzlich wird die Impfung zum Schutz vor COVID-19 auch, bzw. gerade bei vorbestehenden neurologischen Erkrankungen empfohlen \u2013 sie ist auch unter laufenden Immuntherapie sinnvoll und sicher (wie beispielsweise bei Multipler Sklerose). F\u00fcr bestimmte Immunsuppressiva schl\u00e4gt die aktuelle Leitlinienfassung geeignete Impfstrategien vor (z. B. k\u00fcrzere Impfabst\u00e4nde).<\/p>\n\n\n\n<p>Insgesamt wurde bislang milliardenfach gegen COVID-19 geimpft und abgesehen von den typischen unspezifischen Impfreaktionen an den ersten beiden Tagen sind die mRNA- und Vektorimpfstoffe nebenwirkungsarm. Im Zusammenhang mit COVID-19-Impfungen werden sehr selten neurologische bzw. neuromuskul\u00e4re Nebenwirkungen oder Komplikationen beschrieben. Dazu geh\u00f6ren etwa Fazialisparesen oder ein Guillain-Barr\u00e9-Syndrom.&nbsp;<br>Eine Besonderheit stellt die sogenannte Vakzin-induzierte immun-thrombotische Thrombozytopenie (VITT) dar, die sehr selten nach Gabe von Vektorimpfstoffen auftreten und zu Hirnvenen- (bzw. Sinus-) Thrombosen f\u00fchren kann. Das Risiko ist etwa zehnmal h\u00f6her als bei mRNA-Impfstoffen, aber wesentlich niedriger als die Wahrscheinlichkeit, eine Thrombose durch die COVID-19-Erkrankung zu erleiden. Die rechtzeitige Therapie einer VITT kann Hirnvenenthrombosen verhindern; klinisch hinweisend sind starke Kopfschmerzen, und eine erniedrigte Thrombozytenzahl (sowie die spezifischen Pl\u00e4ttchenfaktor-4-Antik\u00f6rper).<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWir sind sehr froh, allen Kolleginnen und Kollegen, die neurologisch symptomatische COVID-19-Kranke behandeln, diese Leitlinie zur Seite stellen zu k\u00f6nnen, zumal viele Aspekte der SARS-CoV-2-Infektion neu sind und sich von fr\u00fcheren neuroinfektiologischen Erfahrungen unterscheiden\u201c, so Prof. Dr. Peter Berlit, Generalsekret\u00e4r der DGN, Berlin. \u201eF\u00fcr viele Betroffene mit chronischen neurologischen Erkrankungen ist es wichtig, die Fakten zur COVID-19-Erkrankung zu kennen, beispielsweise, dass bei fast allen pr\u00e4existenten neuroimmunologischen und neuromuskul\u00e4ren Erkrankungen kein generell erh\u00f6htes SARS-CoV-2-Infektionsrisiko besteht, wenn die grundlegenden Hygiene- und Abstandsregeln eingehalten werden. Dar\u00fcber hinaus ist es uns wichtig hervorzuheben, dass auch neurologische Patientinnen und Patienten unter Immuntherapien von der Impfung profitieren, hier gibt es seitens der Betroffenen und ihrer Betreuer noch immer viele Vorbehalte und Unsicherheiten.\u201c<\/p>\n\n\n\n<p>Literatur<br>[1] Berlit P. et al., Neurologische Manifestationen, S1-Leitlinie, 2021, in: Deutsche Gesellschaft f\u00fcr Neurologie (Hrsg.), Leitlinien f\u00fcr Diagnostik und Therapie in der Neurologie. Online:&nbsp;<a href=\"http:\/\/www.dgn.org\/leitlinien\">www.dgn.org\/leitlinien<\/a>&nbsp;(abgerufen am 20.12.2021).<br><a href=\"https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/neurologische-manifestationen-bei-covid-19\/\">https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/neurologische-manifestationen-bei-covid-19\/<\/a>&nbsp;<\/p>\n\n\n\n<h5 id=\"originalpublikation\">Originalpublikation:<\/h5>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-embed is-type-wp-embed is-provider-deutsche-gesellschaft-fur-neurologie-e-v wp-block-embed-deutsche-gesellschaft-fur-neurologie-e-v\"><div class=\"wp-block-embed__wrapper\">\n<blockquote class=\"wp-embedded-content\" data-secret=\"jlfy0w8Mcs\"><a href=\"https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/neurologische-manifestationen-bei-covid-19\/\">Neurologische Manifestationen bei COVID-19<\/a><\/blockquote><iframe class=\"wp-embedded-content\" sandbox=\"allow-scripts\" security=\"restricted\" style=\"position: absolute; clip: rect(1px, 1px, 1px, 1px);\" title=\"&#8222;Neurologische Manifestationen bei COVID-19&#8220; &#8212; Deutsche Gesellschaft f\u00fcr\u00a0Neurologie\u00a0e.\u00a0V.\" src=\"https:\/\/dgn.org\/leitlinien\/neurologische-manifestationen-bei-covid-19\/embed\/#?secret=jlfy0w8Mcs\" data-secret=\"jlfy0w8Mcs\" width=\"600\" height=\"338\" frameborder=\"0\" marginwidth=\"0\" marginheight=\"0\" scrolling=\"no\"><\/iframe>\n<\/div><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Neurologische Manifestationen und Komplikationen von COVID-19 erfordern eine rasche Diagnostik und Therapie als Notfallindikation. 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